Deep End
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Short story

Bürgermeisterin wider Willen

In a small village in Upper Austria nobody wants to be mayor, except the one man everybody fears, until the villagers come up with a plan behind the baker's back.

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Words to know (12)
  • der Stammtisch · regulars' table (at the village inn)
  • zurücktreten · to resign, to step down
  • das Sägewerk · sawmill
  • zuschütten · to fill in (a pond, a hole)
  • die Linde · lime tree, linden tree
  • die Semmel · bread roll (Austrian, southern German)
  • schimpfen · to grumble, to complain
  • die Frist · deadline
  • das Kipferl · crescent-shaped roll (Austrian)
  • der Wahlkampf · election campaign
  • die Bedingung · condition
  • einen Antrag stellen · to put forward a motion, to make a request

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In Oberkirchbach, einem kleinen Dorf im Mühlviertel mit vierhundert Einwohnern, wollte niemand Bürgermeister werden. Der alte Bürgermeister war nach vierundzwanzig Jahren weil er lieber angeln gehen wollte. Für die Wahl im Herbst gab es nur einen einzigen Kandidaten: Gerold Strasser, den reichsten Mann im Ort, dem das gehörte.

Herr Strasser war nicht beliebt. Er hatte große Pläne: Er wollte den alten Dorfteich und dort einen Parkplatz bauen, und die vor der Kirche sollte gefällt werden, weil ihre Blätter im Herbst die Straße schmutzig machten. „Fortschritt“, nannte er das. Die meisten Leute im Dorf nannten es anders, aber nur leise.

Der einzige Ort, an dem man laut darüber sprach, war die Bäckerei von Resi Hofbauer. Resi war zweiundsechzig, hatte eine kräftige Stimme und zu allem eine Meinung. Jeden Morgen um sechs standen die Leute bei ihr in der Schlange, kauften und „Irgendwer müsste etwas tun“, sagte Resi jeden Tag. „Aber ich nicht. Ich habe keine Zeit, ich muss backen.“

Niemand weiß genau, wer die Idee hatte. Vielleicht war es der Pfarrer, vielleicht die Lehrerin, vielleicht die Männer vom Jedenfalls sammelten fünfzig Leute kurz vor dem Ende der heimlich Unterschriften. Resis Neffe, der im Gemeindeamt arbeitete, legte ihr ein Formular zwischen die Rechnungen für Mehl und Butter. Resi unterschrieb alles, ohne hinzuschauen, wie immer. So wurde sie Kandidatin, ohne es zu wissen.

Sie erfuhr es erst aus der Zeitung, eine Woche vor der Wahl. Sie war so wütend, dass ihr ein ganzes Blech verbrannte. „Ich mache keinen rief sie durch die ganze Bäckerei. Und tatsächlich hängte sie kein einziges Plakat auf. Herr Strasser dagegen ließ im ganzen Dorf Plakate mit seinem Gesicht aufhängen und verteilte Kugelschreiber vor der Kirche.

Am Wahlabend saß Resi in ihrer Küche und machte Teig für den nächsten Morgen. Um halb neun klopfte jemand an die Tür. Draußen stand das halbe Dorf, mit Blumen, mit Fackeln und mit der Blasmusik. Resi hatte einundsiebzig Prozent der Stimmen bekommen.

Zuerst wollte sie die Wahl nicht annehmen. Drei Tage lang stand sie in der Backstube und redete mit niemandem. Dann hängte sie einen Zettel an die Tür der Bäckerei: „Ich nehme an. Aber unter drei Erstens: Die bleibt. Zweitens: Der Teich bleibt. Drittens: Die Sitzungen des Gemeinderats finden ab jetzt um sechs Uhr früh in meiner Bäckerei statt. Ich habe nämlich keine Zeit, ich muss backen.“

Das ist jetzt zwei Jahre her. Die Sitzungen in der Bäckerei sind die bestbesuchten im ganzen Bezirk, weil es dabei frische gibt. Sogar Herr Strasser kommt jedes Mal, setzt sich in die letzte Reihe und isst zwei Vor kurzem hat er zum ersten Mal einen Er möchte unter der vor der Kirche eine neue Bank aufstellen, aus seinem eigenen Holz.

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1. Why had the old mayor resigned?

2. What did Herr Strasser want to do with the village pond?

3. How did Resi become a candidate?

4. What was Resi's third condition?