Short story
Das letzte Spiel
In East Frisia, a goalkeeper who has not missed a match in forty-three years plays his final game against the rival village, whose star striker is his own son.
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Words to know (12)
- der Abstoß · goal kick
- verpassen · to miss
- das Unentschieden · draw (in a match)
- absteigen · to be relegated
- der Sturm · attack, forward line (in football)
- nur das Nötigste · only the bare minimum
- nieseln · to drizzle
- ausgleichen · to equalise
- der Strafraum · penalty area
- der Elfmeter · penalty (kick)
- das Vereinsheim · clubhouse
- die Kluntjes · large rock-sugar crystals for East Frisian tea
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Hinrich Janssen stand seit dreiundvierzig Jahren im Tor des SV Blau-Weiß Tjüchhorn, eines kleinen Fußballvereins in Ostfriesland, wo der Wind so stark wehte, dass man bei manchmal den Ball verlor. Er hatte in all den Jahren kein einziges Spiel nicht wegen einer Grippe, nicht wegen der Geburt seines Sohnes und nicht einmal wegen seiner eigenen Hochzeit, die er auf den Sonntagabend gelegt hatte.
Jetzt war er einundsechzig, seine Knie taten weh, und das letzte Spiel der Saison sollte auch sein letztes Spiel sein. Ausgerechnet gegen den TuS Hollenfehn, den ewigen Rivalen aus dem Nachbardorf. Tjüchhorn brauchte mindestens ein sonst würden sie Und im von Hollenfehn spielte seit zwei Jahren Tjark Janssen, Hinrichs eigener Sohn.
Tjark hatte damals den Verein gewechselt, weil er sich mit dem Trainer gestritten hatte. Seitdem sprachen Vater und Sohn nur noch das miteinander. Beim Familienessen am Sonntag ging es um das Wetter und die Kühe, niemals um Fußball.
Das Spiel war hart und nass. Es und nach zwanzig Minuten sahen alle Spieler gleich aus, braun von Kopf bis Fuß. Hinrich hielt alles, was auf sein Tor kam. Kurz vor der Pause schoss Tjüchhorn ein Tor, aber in der siebzigsten Minute Hollenfehn aus. Eins zu eins. Am Rand standen fast dreihundert Zuschauer, das halbe Dorf und das halbe Nachbardorf, und niemand ging nach Hause, obwohl der Regen immer stärker wurde.
In der letzten Minute fiel ein Spieler von Hollenfehn im und der Schiedsrichter pfiff. Tjark nahm den Ball. Auf dem ganzen Platz wurde es still, nur der Wind pfiff weiter. Jeder im Dorf wusste, dass Hinrich bei immer nach links sprang. Seit dreiundvierzig Jahren. Er hatte selbst nie verstanden, warum.
Hinrich sah seinen Sohn an, und plötzlich sah er nicht einen Mann von dreißig Jahren, sondern einen kleinen Jungen in einem viel zu großen Trikot im Garten hinter dem Haus. Damals hatten sie jeden Abend geschossen, bis es dunkel wurde. Und der kleine Tjark hatte immer, wirklich immer, in die Mitte geschossen, weil er glaubte, sein Vater würde sowieso zur Seite springen.
Tjark lief an. Hinrich blieb stehen. Der Ball kam flach und hart, genau in die Mitte, und landete in seinen Armen. Einen Moment lang war es ganz still. Dann rannte das halbe Dorf auf den Platz, und Hinrich verschwand unter seinen jubelnden Mitspielern.
Später, im als alle schon Tee mit tranken, setzte sich Tjark neben seinen Vater. Lange sagten beide nichts. „Du hast mal wieder in die Mitte geschossen“, sagte Hinrich schließlich. Tjark grinste. „Ich weiß“, sagte er. „Ich wollte sehen, ob du dich noch erinnerst.“ Hinrich hat nie herausgefunden, ob sein Sohn das ernst meinte. Aber am nächsten Sonntag redeten sie beim Essen zum ersten Mal seit zwei Jahren über Fußball.
Comprehension check
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1. What would happen if Tjüchhorn lost the match?
2. Why did Hinrich and Tjark hardly talk to each other?
3. Why did Hinrich stay in the middle of the goal for the penalty?
4. What changed after the match?