Deep End
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Short story

Der Kochkurs

After his wife's death, a seventy-two-year-old in Steyr who has never cooked in his life joins a cookery course to recreate her famous goulash.

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Words to know (12)
  • sich anmelden · to sign up, to register
  • die Volkshochschule · adult education centre
  • sich scheiden lassen · to get divorced
  • nachkochen · to recreate (a dish), to cook from a recipe
  • der Kümmel · caraway
  • der Schuss · dash, splash (of a liquid)
  • schwören · to swear
  • verraten · to tell (a secret), to give away
  • gekränkt · hurt, offended
  • die Wirtin · landlady (of an inn)
  • der Bissen · mouthful, bite
  • zuzwinkern · to wink at

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Ferdinand Moser war zweiundsiebzig Jahre alt und hatte in seinem ganzen Leben noch nie gekocht. Fünfzig Jahre lang hatte seine Frau Resi jeden Sonntag ein Rindsgulasch auf den Tisch gestellt, das so gut war, dass die ganze Familie aus Steyr und Umgebung zum Mittagessen kam. Seit Resi im Winter gestorben war, kam niemand mehr. Die Wohnung war still, und der Sonntag war der schlimmste Tag der Woche.

Im Frühling er sich an der zu einem Kochkurs an. Die anderen Teilnehmer waren zwei Studentinnen, eine junge Mutter und ein Polizist, der sich gerade ließ. Die Lehrerin, eine energische Frau namens Hannah, zeigte ihm, wie man Zwiebeln schneidet, ohne zu weinen. Ferdinand weinte trotzdem, aber vielleicht nicht wegen der Zwiebeln.

Jede Woche versuchte er, Resis Gulasch Er nahm viele Zwiebeln, gutes Paprikapulver, Majoran und einen Essig, genau wie in den Rezepten, die Hannah für ihn gesucht hatte. Das Gulasch wurde jedes Mal besser. Aber es schmeckte nie wie bei Resi. „Irgendetwas fehlt“, sagte er traurig. „Ich weiß nur nicht, was.“

Nach sechs Wochen erzählte er seiner Tochter Sabine am Telefon davon. Sie schwieg eine Weile. Dann sagte sie vorsichtig: „Papa, ich muss dir etwas sagen. Mama hat das Gulasch nie selbst gekocht. Sie hat es jeden Sonntag um elf beim Gasthaus Gruber an der Ecke geholt und in ihren eigenen Topf gefüllt. Ich habe es mit sechzehn herausgefunden, und sie hat mich lassen, dass ich es dir nie

Ferdinand legte auf und saß lange in der Küche. Fünfzig Jahre! Er hatte jeden Sonntag gesagt, dass niemand auf der Welt so gut kochen konnte wie seine Frau. Und sie hatte jedes Mal gelächelt. Zuerst war er Dann musste er so laut lachen, dass der Nachbar an die Wand klopfte.

Am nächsten Sonntag ging er zum ersten Mal ins Gasthaus Gruber. Die eine Frau in Resis Alter mit roten Wangen, erkannte ihn sofort. „Sie sind der Herr Moser“, sagte sie. „Die Resi hat mir gesagt, dass Sie eines Tages kommen würden.“ Sie brachte ihm einen Teller Gulasch, und schon beim ersten hatte Ferdinand Tränen in den Augen. Es schmeckte genau wie früher.

„Warum hat sie es mir nie gesagt?“, fragte er. Die setzte sich zu ihm. „Weil sie Angst hatte, dass Sie dann jeden Sonntag hier sitzen und Karten spielen würden, statt zu Hause bei ihr zu sein“, sagte sie. „Und weil Sie so stolz auf sie waren. Das wollte sie Ihnen nicht nehmen.“

Ferdinand ging weiter in den Kochkurs. Er lernte Knödel, Schnitzel und Kaiserschmarrn, und an Resis Geburtstag lud er die ganze Familie zu sich ein. Es gab Gulasch vom Gasthaus Gruber, serviert aus Resis altem Topf. Als seine Enkelin fragte, wer es gekocht hatte, Ferdinand seiner Tochter zu. „Das ist ein Familiengeheimnis“, sagte er.

Comprehension check

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1. Why was Sunday the worst day of the week for Ferdinand?

2. What was the problem with Ferdinand's goulash?

3. What did Sabine tell her father?

4. According to the landlady, why had Resi kept the secret?