Short story
Der doppelt reservierte Platz
On the six-hour train from Hamburg to Munich, Jakob has to share his reserved seat with a stranger the day before he meets his new boss.
Tap a dotted word for its meaning.
Words to know (12)
- in Fahrtrichtung · facing forwards
- übernehmen · to take over
- vergleichen · to compare
- der Zugbegleiter · conductor (on a train)
- sich abwechseln · to take turns
- schlecht gelaunt · in a bad mood
- der Verlag · publisher, publishing house
- entlassen · to lay off, to fire
- aufmerksam · attentively, carefully
- die Durchsage · announcement
- zwinkern · to wink
- die Menge · crowd
Select any text to highlight it, or a word to translate it or save it to your flashcards.
Jakob Lindner hatte seinen Sitzplatz extra drei Wochen vorher reserviert: Wagen 7, Platz 42, am Fenster, in Die Fahrt von Hamburg nach München dauerte sechs Stunden, und er wollte sich in Ruhe auf das wichtigste Gespräch seines Berufslebens vorbereiten. Am nächsten Morgen sollte er in der Münchner Zentrale seiner neuen Chefin vorgestellt werden, die die Firma gerade hatte.
Doch auf Platz 42 saß schon jemand: eine Frau mit kurzen dunklen Haaren, die konzentriert auf ihren Laptop schaute. „Entschuldigung“, sagte Jakob höflich, „ich glaube, das ist mein Platz.“ Die Frau sah kurz auf und zeigte ihm ihr Handy. „Wagen 7, Platz 42. Ich glaube, das ist meiner.“
Sie ihre Tickets. Beide hatten tatsächlich denselben Platz reserviert, offenbar ein Fehler im System. Der Zug war völlig voll. Der zuckte nur mit den Schultern. „Da kann ich leider nichts machen. Vielleicht können Sie sich ja Jakob setzte sich auf seinen Koffer im Gang, direkt neben Platz 42. Er war schlecht
Nach einer Stunde stand die Frau auf. „Bis Würzburg gehört der Platz Ihnen“, sagte sie. „Danach tauschen wir wieder.“ So ging es weiter, Station für Station. Und irgendwann fingen sie an zu reden. Sie hieß Elif, kam aus Kiel und fuhr auch zu einem wichtigen Termin nach München, über den sie aber nicht viel erzählen wollte.
Jakob dagegen erzählte viel. Vielleicht zu viel. Er erzählte von seiner Firma, einem kleinen für Reiseführer, der seit Kurzem einer neuen Besitzerin gehörte. „Alle haben Angst“, sagte er. „Wir wissen nicht, ob sie Leute will. Ich habe gehört, dass sie sehr streng ist.“ Elif lächelte. „Und was würden Sie ihr sagen, wenn Sie fünf Minuten mit ihr hätten?“
Jakob dachte nach. Dann sprach er über die Bücher, die er gern machen würde: Reiseführer nicht nur für Touristen, sondern auch für Menschen, die gerade in eine neue Stadt gezogen waren und dort niemanden kannten. Elif hörte zu und machte sich sogar Notizen. In Nürnberg teilten sie sich ein Stück Kuchen aus dem Bordbistro. In Ingolstadt lachten sie über den der jede mit „Meine Damen und Herren, liebe Fahrgäste“ begann.
In München verabschiedeten sie sich auf dem Bahnsteig. Jakob hätte sie gern nach ihrer Telefonnummer gefragt, aber er traute sich nicht. „Viel Glück morgen“, sagte Elif. „Ich glaube, Sie werden es nicht brauchen.“ Sie ihm zu und verschwand in der
Am nächsten Morgen saß Jakob nervös im Konferenzraum des Die Tür ging auf, und die neue Chefin kam herein. Sie hatte kurze dunkle Haare und einen Laptop unter dem Arm. Sie setzte sich ihm gegenüber und lächelte. „Herr Lindner“, sagte Elif, „ich habe gestern Nacht noch lange über Ihre Idee nachgedacht. Erzählen Sie mir mehr.“
Comprehension check
0/4 answered
1. What was the problem with Jakob's seat?
2. What did Jakob tell Elif about the new owner of his company?
3. What kind of books would Jakob like to make?
4. What was the surprise the next morning?