Short story
Unterstrichen
A librarian in Lübeck who hates people writing in books starts finding secret messages underlined in the novels one quiet old man brings back.
Tap a dotted word for its meaning.
Words to know (12)
- etwas nicht ausstehen können · to be unable to stand something
- unterstreichen · to underline
- ausradieren · to rub out, to erase
- auffallen · to be noticed, to strike (someone)
- ausleihen · to borrow
- die Schiebermütze · flat cap
- sich schämen · to be ashamed
- die Volkshochschule · adult education centre
- einwerfen · to post (a letter)
- braun gebrannt · tanned
- der Tresen · counter
- die Widmung · dedication (in a book)
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Frieda Lorenz arbeitete seit zwölf Jahren in der Stadtbibliothek Lübeck. Sie liebte ihre Arbeit, aber es gab eine Sache, die sie nicht konnte: Leute, die in Bücher schrieben. Wer mit Kugelschreiber etwas bekam von ihr einen langen, strengen Blick und manchmal sogar eine Rechnung.
Deshalb ärgerte sie sich, als sie an einem Montag im Februar einen Roman zurückbekam, in dem jemand mit Bleistift Wörter hatte. Es waren nur wenige, auf verschiedenen Seiten. Frieda wollte sie schon als ihr etwas Wenn man die Wörter hintereinander las, ergaben sie einen Satz: „Ich danke Ihnen für dieses Buch.“
Sie schaute im Computer nach, wer das Buch hatte. Es war Herr Pohl, ein älterer Herr mit der seit dem Herbst jede Woche kam. Er sprach wenig und ließ sich immer ein Buch von ihr empfehlen. „Etwas, das nicht zu schwer ist“, sagte er jedes Mal. Frieda hatte ihm Kinderbücher, Krimis und zuletzt einen dünnen Roman über einen alten Fischer gegeben.
In der nächsten Woche brachte Herr Pohl einen Krimi zurück. Wieder fand Frieda Wörter. Diesmal lautete der Satz: „Vor einem Jahr konnte ich keine Seite lesen.“ Frieda saß lange an ihrem Schreibtisch und dachte nach. Plötzlich verstand sie, warum er immer so lange vor den Regalen stand, warum er die Titel leise mit den Lippen las und warum er nie ein Formular selbst ausfüllte.
Sie sagte nichts, aber sie wählte die Bücher jetzt noch sorgfältiger aus. Die Sätze in den Büchern wurden länger. „Ich habe vierzig Jahre im Hafen gearbeitet und mich immer stand in einem. Und in einem anderen: „Meine Frau hat mir alle Briefe vorgelesen. Seit sie tot ist, gehe ich in einen Kurs an der
Im April kam Herr Pohl nicht. Auch in der nächsten Woche nicht. Frieda machte sich Sorgen. Hatte sie etwas falsch gemacht? War er krank? Sie hatte keine Telefonnummer, nur eine Adresse in der Altstadt. Nach langem Überlegen schrieb sie ihm eine Karte, aber dann sie sie doch nicht ein. Es kam ihr zu persönlich vor.
Mitte Mai stand er plötzlich wieder vor ihr, braun und mit einem breiten Lächeln. „Ich war bei meiner Tochter in Kanada“, sagte er. „Zum ersten Mal bin ich allein geflogen. Ich konnte alle Schilder am Flughafen lesen.“ Dann legte er ein Buch auf den Es war kein Buch aus der Bibliothek, sondern ein neues, noch in Folie.
„Das ist für Sie“, sagte er. „Ich habe darin nichts Ich weiß ja, dass Sie das nicht mögen.“ Frieda wurde rot. Er hatte ihre strengen Blicke also bemerkt. Als er gegangen war, öffnete sie das Buch. Auf der ersten Seite stand in großen, etwas wackeligen Buchstaben eine „Für Frau Lorenz, die mir nicht das Lesen beigebracht hat, aber die Freude daran.“
Comprehension check
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1. What did Frieda dislike most about library users?
2. What did Frieda notice about the underlined words?
3. Why did Herr Pohl start a course at the adult education centre?
4. Why didn't Herr Pohl come to the library in April?