Short story
Der reisende Gartenzwerg
Herbert, who never travels, finds that his beloved garden gnome has disappeared, and then the postcards start arriving.
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Words to know (12)
- der Kleingartenverein · allotment club
- die Anlage · (allotment) site, grounds
- der Gartenzwerg · garden gnome
- verreisen · to go away (on a trip)
- außer sich sein · to be beside oneself
- krakelig · shaky, scrawly (handwriting)
- wütend · angry
- ungeduldig · impatient(ly)
- begleiten · to accompany
- anstrengend · tiring, exhausting
- gießen · to water (plants)
- schweigen · to be silent
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Herbert Bolte war seit dreißig Jahren Mitglied im „Sonnenschein“ in Hannover. Sein Garten war der ordentlichste der ganzen Der Rasen war genau vier Zentimeter hoch, die Tomaten standen in geraden Reihen, und neben dem Gartenhaus stand Gustav, ein mit roter Mütze. Herbert nie. „Warum sollte ich?“, sagte er immer. „Hier habe ich alles, was ich brauche.“
Eines Morgens im Mai war Gustav verschwunden. An seiner Stelle lag nur ein Zettel: „Bin mal weg. Gustav.“ Herbert war sich. Er lief durch die ganze fragte jeden Nachbarn und rief schließlich sogar bei der Polizei an. Der Polizist am Telefon versuchte, nicht zu lachen. „Wir halten die Augen offen, Herr Bolte.“
Eine Woche später kam eine Postkarte. Auf dem Foto stand Gustav vor dem Kölner Dom. Auf der Rückseite stand in Schrift: „Lieber Herbert, Köln ist toll! Der Dom ist noch größer als unser Gartenhaus. Grüße, Gustav.“ Herbert drehte die Karte hin und her, aber er hatte keine Ahnung, wer sie geschrieben hatte.
Es kamen weitere Karten: Gustav am Bodensee, Gustav in Salzburg, Gustav auf einem Schiff auf dem Rhein. Herbert hängte alle Karten an die Wand im Gartenhaus. Zuerst war er dann neugierig. Bald wartete er jeden Tag auf den Briefträger. Abends schaute er im Atlas nach, wo die Orte lagen, und las, was es dort zu sehen gab.
Seine Frau Ingrid beobachtete ihn dabei und sagte nichts. Bevor sie Herbert kennengelernt hatte, war sie viel gereist. Aber in dreiunddreißig Ehejahren hatte er sie nie in den Urlaub „Zu teuer, zu und wer dann die Tomaten?“, war immer seine Antwort gewesen.
Im August kam eine Karte aus Wien: „Lieber Herbert, Wien ist die schönste Stadt von allen. Ich bleibe hier, bis du mich abholst. Pension Lindner, Zimmer 12. Gustav.“ Diesmal erkannte Herbert die Schrift sofort. Es war die Schrift, die er seit dreiunddreißig Jahren auf seinen Einkaufszetteln las.
Er ging ins Haus. Ingrid saß in der Küche und trank Kaffee. Herbert legte die Karte auf den Tisch. „Du warst das“, sagte er. Ingrid nickte ruhig. „Ich habe die Karten geschrieben, und meine Schwester hat Gustav mitgenommen und sie unterwegs abgeschickt. Die ersten habe ich mit der linken Hand geschrieben. Bei der letzten wollte ich, dass du es merkst. Gustav hat jetzt mehr von der Welt gesehen als du, Herbert.“
Herbert lange. Dann holte er langsam sein Handy aus der Tasche. „Wie lange braucht man eigentlich mit dem Zug nach Wien?“, fragte er. Zwei Wochen später saßen die beiden in einem Wiener Kaffeehaus, und auf dem Tisch zwischen ihnen stand ein mit roter Mütze. Die Tomaten in dieser Zeit der Nachbar.
Comprehension check
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1. What did Herbert find where Gustav used to stand?
2. How did Herbert's feelings change as the postcards arrived?
3. How did Herbert recognise who had written the last card?
4. What did Herbert do in the end?