Deep End
← Intermediate stories

Short story

Die Lehrerin von Hinterau

In 1952, a young teacher from the city arrives at a mountain school in Tyrol, where the children don't expect her to stay.

Tap a dotted word for its meaning.

Words to know (12)
  • die Ausbildung · training
  • abschließen · to complete, to finish
  • das Tal · valley
  • die Verbindung · connection
  • schweigend · in silence
  • sich Mühe geben · to make an effort, to try hard
  • der Hof · farm
  • der Hang · slope
  • kichern · to giggle
  • verlegen · embarrassed, shy
  • schmelzen · to melt
  • in Pension gehen · to retire

Select any text to highlight it, or a word to translate it or save it to your flashcards.

Im September 1952 stieg Maria Stadler in Innsbruck in einen alten Postbus. Sie war zweiundzwanzig Jahre alt und hatte gerade ihre als Lehrerin Ihre erste Stelle war in Hinterau, einem Bergdorf am Ende eines langen wo es im Winter oft wochenlang keine zur Außenwelt gab.

Die Schule bestand aus einem einzigen Raum mit einem Holzofen. Achtzehn Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren saßen dort zusammen. Am ersten Tag sahen sie Maria an. Der älteste, ein großer Junge namens Sepp, sagte schließlich: „Die letzte Lehrerin ist nach drei Monaten wieder gegangen. Sie werden auch nicht bleiben.“

Maria gab sich viel Sie brachte Bücher aus der Stadt mit, erzählte Geschichten und malte mit den Kindern Landkarten. Aber die Kinder blieben höflich und kühl. Viele fehlten oft, weil sie zu Hause auf dem helfen mussten. Die Eltern grüßten Maria auf der Straße, doch niemand lud sie zu sich ein. Abends saß sie allein in ihrem kleinen Zimmer über der Schule und fragte sich, ob Sepp recht gehabt hatte.

Dann kam der Winter, und mit ihm der Schnee. Im Dezember lag er so hoch, dass man nur noch mit Skiern zur Schule kam. Die Kinder flogen auf ihren alten Holzskiern die hinunter. Maria dagegen war in der Stadt aufgewachsen und hatte noch nie auf Skiern gestanden. Am ersten Morgen fiel sie direkt vor der Schule in den Schnee, und alle achtzehn Kinder sahen zu.

Zuerst war es ganz still. Dann begann der kleine Toni zu und plötzlich lachten alle, auch Maria. Sie lag im Schnee, mit roter Nase und nassen Haaren, und konnte nicht aufhören zu lachen. Sepp kam zu ihr und half ihr auf. „Wenn Sie wollen“, sagte er etwas „können wir es Ihnen beibringen.“

Von da an war die Schule anders. Jeden Nachmittag gab es eine Stunde Unterricht, in der die Kinder die Lehrer waren. Sie zeigten Maria, wie man bremst, wie man einen hinaufsteigt und wie man fällt, ohne sich wehzutun. Dafür hörten sie am Vormittag besser zu. Sepp, der nie gern gelesen hatte, bat sie sogar, ihm ein Buch zu leihen.

Im März, als der Schnee wurde Maria zum ersten Mal zum Abendessen eingeladen, von Sepps Mutter. „Die Kinder reden nur noch von Ihnen“, sagte sie. „Bleiben Sie noch ein Jahr?“

Maria blieb nicht nur ein Jahr. Sie blieb einunddreißig Jahre in Hinterau. Als sie 1983 in ging, kamen ehemalige Schüler aus ganz Österreich zu ihrem Abschiedsfest. Der Bürgermeister hielt eine Rede. Er war ein großer Mann mit grauen Haaren, und er hieß Sepp.

Comprehension check

0/4 answered

1. What did Sepp say to Maria on the first day?

2. Why were many children often absent?

3. What changed the children's attitude to Maria?

4. Who gave a speech at Maria's farewell party in 1983?