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Short story

Regen auf dem Mars

In 2061, a biologist from Kiel working on a Mars station slowly realises what she misses most about Earth.

Tap a dotted word for its meaning.

Words to know (12)
  • das Gewächshaus · greenhouse
  • nebenbei · in passing
  • abspielen · to play (a recording)
  • der Staub · dust
  • der Tropfen · drop
  • aufnehmen · to record
  • die Möwe · seagull
  • zuständig für · responsible for, in charge of
  • peinlich · embarrassing
  • bewässern · to water, to irrigate
  • aufspannen · to open (an umbrella)
  • sich beschweren über · to complain about

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Im Jahr 2061 lebten zweiundvierzig Menschen in der Station Ares auf dem Mars. Eine von ihnen war Lea Petersen aus Kiel, Biologin, vierunddreißig Jahre alt. Sie war seit vierzehn Monaten dort und kümmerte sich um das in dem Tomaten, Salat und Kartoffeln für die ganze Station wuchsen. Lea liebte ihre Arbeit. Trotzdem fehlte ihr etwas, und lange wusste sie nicht, was es war.

Jeden Sonntag schickte sie ihrer Mutter eine Videonachricht. Eine Antwort kam nie sofort, denn eine Nachricht brauchte je nach Position der Planeten zwischen drei und zweiundzwanzig Minuten. Ein richtiges Gespräch war also unmöglich. Man erzählte, wartete, und erst viel später kam die Antwort. „Es ist wie früher mit Briefen“, sagte ihre Mutter. „Nur schneller.“

An einem Sonntag im März erzählte ihre Mutter dass es in Kiel seit drei Tagen regnete. „Es ist furchtbar“, sagte sie. „Alles ist grau und nass, und der Wind kommt vom Meer.“ Lea die Nachricht noch einmal ab, und dann noch einmal. Plötzlich wusste sie, was ihr fehlte. Auf dem Mars regnete es nie. Es gab Kälte und einen rosa Himmel, aber keinen einzigen

In ihrer nächsten Nachricht bat sie ihre Mutter um etwas Seltsames. „Kannst du das Fenster aufmachen und den Regen Nur den Ton, zehn Minuten lang.“ Ihre Mutter hielt sie wahrscheinlich für verrückt, aber eine Woche später kam eine Datei. Lea setzte Kopfhörer auf, schloss die Augen und hörte zu: Regen auf dem Dach, ein Auto auf der nassen Straße, eine Sie weinte, ohne es zu merken.

Ab da hörte sie die Aufnahme jeden Abend vor dem Einschlafen. Eines Abends klopfte Jonas Ammann an ihre Tür, ein Techniker aus Bern, der für die Wasseranlage war. „Was hörst du da eigentlich jeden Abend?“, fragte er. „Man hört es durch die Wand.“ Es war Lea aber sie erklärte es ihm. Jonas sagte nichts. Er nickte nur nachdenklich und ging.

Drei Wochen später bat er sie, abends ins zu kommen. Unter der Decke hing ein Netz aus dünnen Rohren, mit denen normalerweise die Pflanzen wurden. „Ich habe das System ein bisschen verändert“, sagte er. „Für jeden Tag braucht es zu viel Wasser. Aber für zehn Minuten im Monat reicht es.“ Dann drückte er auf einen Knopf.

Aus der Decke fielen Zuerst wenige, dann immer mehr. Sie fielen auf die Tomatenblätter, auf den Boden, auf Leas Gesicht. Es roch nach nasser Erde, wie im Garten ihrer Kindheit. Aus einem Lautsprecher kam das Geräusch des Kieler Regens, und irgendwo darin schrie die Lea lachte und weinte gleichzeitig.

Seitdem gibt es in der Station Ares einen festen Termin: Am ersten Sonntag jedes Monats um 19 Uhr regnet es im Fast alle kommen, sogar die Kommandantin. Manche bringen einen Regenschirm mit, obwohl sie ihn gar nicht Und Lea hat ihrer Mutter geschrieben, dass sie sich nie wieder über den Regen darf.

Comprehension check

0/4 answered

1. Why couldn't Lea and her mother have a real conversation?

2. What did Lea ask her mother to do?

3. How did Jonas find out about the recording?

4. Why does it only rain in the greenhouse for ten minutes a month?