Short story
Schach im Hofgarten
A retired maths teacher who hasn't lost a game of chess in six years meets a silent teenage girl in a Munich park.
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Words to know (12)
- die Schachfigur · chess piece
- die Partie · game (of chess)
- mit den Schultern zucken · to shrug
- starren · to stare
- heimlich · secretly
- verschieben · to move, to shift
- der Verein · club
- so tun, als ob · to act as if, to pretend
- anmelden · to sign up, to register
- der Beitrag · (membership) fee
- die Meisterschaft · championship
- die Siegerehrung · award ceremony
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Jeden Nachmittag um drei saß Anton Huber im Münchner Hofgarten an einem steinernen Tisch und stellte seine auf. Er war achtundsiebzig Jahre alt und früher Mathelehrer gewesen. Wer wollte, konnte gegen ihn spielen, aber es wollte kaum noch jemand. Seit sechs Jahren hatte Anton keine einzige verloren, und das wussten alle.
Im Sommer fiel ihm ein Mädchen auf, das jeden Tag auf einer Bank in der Nähe saß und zusah. Sie war vielleicht fünfzehn, trug eine viel zu große Jacke und hatte immer Kopfhörer um den Hals. Nach einer Woche fragte Anton: „Willst du spielen?“ Sie mit den Schultern und setzte sich. Sie hieß Jana.
Anton gewann die erste in zwanzig Minuten. Die zweite dauerte eine Stunde. Die dritte verlor er. Er saß lange da und auf das Brett, als hätte jemand die Figuren „Wo hast du so spielen gelernt?“, fragte er endlich. „Im Internet“, sagte Jana. „Auf dem Handy. Ich habe ja sonst nicht viel zu tun.“
Mit der Zeit erfuhr er mehr. Jana wohnte mit ihrer Mutter in einer kleinen Wohnung in Neuperlach. Die Mutter arbeitete nachts in einem Krankenhaus und schlief tagsüber, deshalb verbrachte Jana die Ferien draußen. Sie war in keinem und hatte keinen Trainer, weil das Geld kostete. „Außerdem“, sagte sie, „spielen da nur Jungs, die einen komisch anschauen.“
Anton dachte eine ganze Nacht darüber nach. Am nächsten Tag brachte er ein altes Buch mit, voller Notizen mit Bleistift. „Ich war einmal Jugendtrainer“, sagte er. „Vor vierzig Jahren. Wenn du willst, trainieren wir zusammen. Es kostet nichts. Aber du musst pünktlich sein.“ Jana so, als wäre es ihr egal. Aber am nächsten Tag war sie schon um halb drei da.
Den ganzen Herbst trainierten sie, bei Sonne, bei Regen und im November mit Handschuhen. Anton Jana bei einem Schachverein an und bezahlte den Zu Ostern spielte sie ihr erstes großes Turnier, die bayerische Anton saß im Publikum und war nervöser als bei seiner eigenen Hochzeit.
Jana wurde Dritte. Bei der bekam sie eine Bronzemedaille, und der Moderator fragte sie, wer eigentlich ihr Trainer war. Jana zeigte auf Anton. „Der da“, sagte sie. „Er ist der beste Schachspieler im ganzen Hofgarten. Außer mir natürlich.“ Alle lachten, auch Anton.
Am Montag danach kam Anton wie immer um drei in den Hofgarten. Auf dem steinernen Tisch lag schon etwas: die Bronzemedaille und ein Zettel. „Für den Trainer. Nächstes Jahr hole ich Gold. Die bekommst du dann auch.“ Jana saß auf ihrer Bank und so, als hätte sie nichts damit zu tun. Anton steckte die Medaille in die Tasche, stellte die Figuren auf und sagte nur: „Du bist zu spät.“
Comprehension check
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1. Why did hardly anyone want to play against Anton?
2. Where had Jana learned to play chess?
3. What did Anton do without telling Jana?
4. What did Anton find on the stone table after the tournament?