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Short story

Die Vierte am Tisch

For forty years, four men in Thun have played cards every Thursday, and when the best of them dies, the three others cannot find anyone to take his chair.

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Words to know (12)
  • jassen · to play Jass (Swiss card game)
  • der Kachelofen · tiled stove
  • der Lokführer · train driver
  • der Schreiner · carpenter, joiner
  • angemessen · fitting, appropriate
  • der Schieber · the most popular form of Jass, played in pairs
  • sich räuspern · to clear one's throat
  • anspruchsvoll · demanding
  • der Trumpf · trump (card)
  • die Alp · mountain pasture (Swiss)
  • mischen · to shuffle (cards)
  • die Serviertochter · waitress (Swiss)

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Vierzig Jahre lang hatten sie jeden Donnerstagabend im Restaurant Schwanen in Thun zu viert, am runden Tisch neben dem Fritz Ammann, pensionierter Walter Bühler, der früher die Drogerie am Rathausplatz geführt hatte; Hansruedi Zbinden, Zahnarzt, und Ernst Kunz, der die meisten Spiele gewann und nie verriet, wie. Im Januar starb Ernst, mit sechsundachtzig, beim Schneeschaufeln vor seiner Werkstatt, was alle für einen ihm Tod hielten, nur seine Frau nicht.

Am ersten Donnerstag nach der Beerdigung saßen die drei Übriggebliebenen am runden Tisch und betrachteten den leeren Stuhl. Einen kann man nicht zu dritt spielen; es gibt zwar Spiele für drei, aber das ist, wie Walter sagte, als würde man ein Streichquartett mit drei Geigen spielen. Sie beschlossen, einen Vierten zu suchen. Es war schwieriger als gedacht. Der Kandidat aus dem Männerchor zählte zu langsam, der vom Schützenverein redete zu viel, und Hansruedis Enkel, ein Informatiker, rechnete die Wahrscheinlichkeiten im Kopf aus und gewann, was ihn sofort disqualifizierte.

Im März stand Margrit Kunz in der Tür des Schwanen. Sie trug den grauen Mantel, den sie bei der Beerdigung getragen hatte, und hielt ein Kartenspiel in der Hand, das die Männer sofort erkannten: Ernsts Karten, mit Deutschschweizer Blatt, mit Schellen, Rosen, Schilten und Eicheln, an den Ecken so weich wie Stoff. „Ihr sucht einen Vierten“, sagte sie. „Ich habe gehört, es läuft nicht gut.“

Die Männer sahen einander an. Margrit war vierzig Jahre lang an jedem Donnerstagabend zu Hause geblieben. Sie hatte nie einen Fuß in den Schwanen gesetzt, jedenfalls nicht an einem Donnerstag. Fritz sich und sagte, so freundlich er konnte, das sei sehr lieb von ihr, aber der sei ein Spiel, man müsse die Karten zählen, den Partner lesen können, und Ernst habe ihr ja sicher nie... Er brach ab, weil Margrit sich bereits gesetzt hatte. Auf Ernsts Stuhl.

Sie spielte mit Hansruedi gegen die anderen beiden. Nach der ersten Runde lagen sie hundertvierzig Punkte vorn. Nach der dritten hatte Walter aufgehört zu reden, was in vierzig Jahren nicht vorgekommen war. Margrit spielte schnell und ohne zu zögern, und sie spielte genau so, wie Ernst gespielt hatte: Sie hielt die zurück, bis es wehtat, und sie wusste immer, was noch im Spiel war. Gegen elf legte Fritz seine Karten hin. „Margrit“, sagte er, „wo hast du das gelernt?“

Sie trank einen Schluck von ihrem Weißwein und lächelte. Ernst, sagte sie, habe in den ersten Jahren miserabel Jeden Donnerstag sei er mit leeren Taschen und schlechter Laune nach Hause gekommen. Da habe sie, die als Kind mit ihrem Vater auf der jeden Abend gespielt habe, angefangen, mit ihm zu üben, am Küchentisch, jeden Mittwoch. Vierzig Jahre lang hätten sie am Mittwoch die Spiele vom Donnerstag davor noch einmal durchgespielt, Karte für Karte, denn Ernst habe ein Gedächtnis wie ein Elefant gehabt, nur leider keinen Instinkt.

„Er hat uns also vierzig Jahre lang mit deinen Tricks geschlagen“, sagte Hansruedi langsam. „Mit meinen Tricks“, sagte Margrit, „und mit seinen Händen. Er hatte schöne Hände zum Niemand sagte etwas. Walter, der in vierzig Jahren kein einziges Mal gewonnen hatte, wenn Ernst sein Gegner war, starrte auf seine Karten, als hätten sie ihn persönlich betrogen. Dann fing er an zu lachen, so laut, dass sich die umdrehte, und die anderen lachten mit, Margrit am längsten.

Seither spielen sie wieder jeden Donnerstag zu viert am runden Tisch neben dem Margrit gewinnt die meisten Spiele und verrät nie, wie. Nur am Mittwochabend, so erzählt man sich in Thun, brennt in der Küche der Familie Kunz noch immer Licht, und wer am Fenster stehen bleibt, kann Karten auf den Tisch klatschen hören, eine nach der anderen, als spiele jemand eine Partie noch einmal durch, mit einem Partner, den man nicht sieht.

Comprehension check

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1. Why is Hansruedi's grandson rejected as the fourth player?

2. How does Fritz react when Margrit offers to play?

3. What was the secret of Ernst's success at cards?

4. What does the final image suggest?